Kategorie-Archiv: Kindergarten

Kita oder Tagesmutter?

Kindergärten haben viele Vorteile. So gibt es eine auf die Bedürfnisse von Kleinkindern ausgerichtete Einrichtung der Räume und fällt eine der Kindergärtnerinnen aus, steht in der Regel ein Ersatzbetreuer zur Verfügung. Viele Eltern betrachten deshalb den Einsatz einer Tagesmutter eher als zweite Wahl. Doch damit wird man dieser Form der Betreuung nicht gerecht. Ein Vorteil gegenüber der Betreuung in einem Kindergarten ist zum Beispiel die wesentlich höhere Flexibilität von Tagesmüttern. Während sich die Öffnungszeiten von Kindertagesstätten meist an den Geschäftszeiten orientieren, können mit Tagesmüttern individuelle, an die Arbeitszeiten der Eltern angepasste Betreuungszeiten vereinbart werden. Zudem schätzen viele Eltern das Vertrauensverhältnis, dass sie zu „ihrer“ Tagesmutter aufbauen können. Das größte Plus ist jedoch die Betreuung, die konkret auf die Erziehungs-Wünsche der Eltern ausgerichtet werden kann. So ist es beispielsweise möglich, mit einer zweisprachigen Tagesmutter, den betreuten Kindern in dieser Zeit eine Fremdsprache beizubringen – und das ohne jeden Lernstress, da Kinder im Vorschulalter am leichtesten, praktisch nebenbei, neue Sprachen erlernen können. Auch verschiedene, von den Eltern verlangte Aktivitäten, während der Betreuungszeit, können bei einer Tagesmutter besser realisiert werden. Wichtig dafür ist allerdings, bei der Wahl der richtigen Tagesmutter sorgfältig vorzugehen und nichts zu überstürzen.

Bedarf an qualifizierter Kindertagesbetreuung wächst

Der Bedarf an qualifizierter Kindertagesbetreuung in Österreich wächst. Wie aus den aktuellen Statistiken hervorgeht, bestehen aktuell insgesamt 8.322 institutionelle Kinderbetreuungseinrichtungen. 4.668 davon sind Tageskindergärten, 1.349 Kinderkrippen, für unter Dreijährige, 1.200 Horte für die Betreuung der Schulanfänger und 1.105 gemischte Einrichtungen. Rund 60 Prozent der Betreuungseinrichtungen gehören dem Bund, den Ländern oder den Gemeinden. 40 Prozent werden von privaten Vereinen und verschiedenen kirchlichen Organisationen geführt, wobei diese zwar die Entscheidungsgewalt über die Rahmenbedingungen in ihren Einrichtungen haben, die Kosten tragen jedoch, auch bei den privaten Tagesstätten, mit 98,8 Prozent, die jeweiligen Gemeinden. Inzwischen sind bereits mehr als 209.615 Kinder in Kindertagesstätten eingeschrieben – Tendenz steigend.

Au-Pairs für die Kinderbetreuung?

Bei einem befristeten Arbeitsauftrag, oder wenn ein Umzug in einen anderen Wohnort geplant ist, benötigen Eltern manchmal nur für einen begrenzten Zeitraum jemanden zur Kinderbetreuung. Eine gute Alternative kann in so einem Fall die Verpflichtung eines Au-Pairs sein. Au-Pair-Aufenthalte dauern, in der Regel, sechs oder zwölf Monate. Sie bieten dem Au-Pair die Möglichkeit, die Sprache und Lebensart eines fremden Landes kennen zu lernen und wichtige Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Auch die Gastgeberfamilie profitiert vom Zusammenleben mit ihrem ausländischen Gast. Zudem gehört normalerweise auch Mitarbeit im Haushalt zu den Aufgaben von Au-Pairs, was gerade in Stresssituationen sehr hilfreich sein kann. 2010 wurden knapp 390,- Euro als gesetzlicher Mindestlohn und 20 Arbeitsstunden pro Woche festgelegt. Informieren kann man sich bei speziellen Au-Pair-Agenturen, die mit Partnerfilialen in verschiedenen Ländern weltweit zusammen arbeiten.

Tagesmütter und -väter sind flexibler

Noch immer gibt es keine ausreichende und vor allem bedarfsgerechte Angebote für die Kinderbetreuung. Dabei sind gerade flexible Kinderbetreuungseinrichtungen wichtig, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Davon hängen in großem Maße die Erwerbschancen von Eltern ab. Zudem bietet eine Betreuung außer Haus eine höhere Chancengleichheit für die Kinder, da so spielerisch die Bildung der Kinder verbessert wird, was ihnen einen besseren Start zum Schulanfang ermöglicht. Kindertagesstätten leisten dafür einen wesentlichen Beitrag, können aber nicht flexibel genug auf die oft hohen Anforderungen des Arbeitslebens reagieren. Tagesmütter und Tagesväter sind deshalb, gerade bei wechselnden Arbeitszeiten der Eltern, die bessere Alternative. Sie betreuen Kinder aller Altersstufen und können, bei entsprechender Qualifikation, einen großen Beitrag zur Entwicklung ihrer Schützlinge leisten. Entscheidend ist, dass sich die Eltern im Voraus darüber Gedanken machen, was sie für Leistungen von den Betreuern erwarten. Wird dies von Anfang an geklärt, ersparen sich Eltern und Tagesmütter spätere Enttäuschungen und Ärger.

Kinderbetreuung: EU mahnt Österreich

Die Europäische Union hat jetzt Österreich, neben weiteren EU-Mitgliedstaaten, dazu aufgefordert, endlich mehr Plätze für die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Noch immer sehen die Verantwortlichen große Differenzen zwischen dem Angebot an Betreuungsplätzen und der Nachfrage. Wie die EU-Justizkommissarin Viviane Reding erklärte, bedarf es mehr Anstrengungen seitens der Landesbehörden auf diesem Gebiet, wenn sie das anvisierte Beschäftigungsziel erreichen wollen. Reding: „Die Mitgliedstaaten müssen sich dahinterklemmen, wenn sie das Beschäftigungsziel von 75 Prozent, auf das sie sich verpflichtet haben, verwirklichen wollen.“ Bis 2020 haben die einzelnen Länder dafür Zeit. Bisher verfügen jedoch nur acht Mitgliedstaaten der EU über eine ausreichende Zahl an Angeboten zur Kinderbetreuung. Geplant ist, dass für mindestens 90 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sowie für 33 Prozent aller Kinder unter drei Jahren, Betreuungsangebote vorhanden sind. Bisher haben dies jedoch erst Belgien, Spanien, Frankreich, Dänemark, die Niederlande, Slowenien, Schweden und Großbritannien erreicht.