Kategorie-Archiv: Schwangerschaft

Stress kann eine gewünschte Schwangerschaft verzögern

Stress kann eine gewünschte Schwangerschaft stärker verzögern, als bisher angenommen. Sogar das Risiko von Unfruchtbarkeit steigt durch zu viel Stress. Das ergab eine US-Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift „Human Reproduction“ veröffentlicht wurde. Bei einem hohen Stresspegel sinkt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden um 29 Prozent, im Vergleich mit Frauen, die nicht unter Stress litten. Auch war bei gestressten Frauen die Gefahr unfruchtbar zu sein ungefähr doppelt so groß. Verglichen wurden die Ergebnisse von 401 Frauen, die trotz regelmäßigem ungeschützten Verkehr über zwölf Monate lang nicht schwanger wurden. Die Frauen waren zwischen 18 und 40 Jahren alt. 347 von ihnen, das entspricht 87 Prozent, wurden in dieser Zeit schwanger. 54 Frauen gelang dies nicht. Frauen mit Kinderwunsch sollten deshalb stresslösende Techniken, wie beispielsweise Yoga, Meditation oder ein sogenanntes Achtsamkeitstraining absolvieren. Das kann sich wesentlich stärker positiv auswirken, als diverse Medikamente. Bereits frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Entspannung und Zufriedenheit förderlich für eine Schwangerschaft sind.

Risiko Erbkrankheit: Vor der Geburt untersuchen lassen

Immer mehr potentielle Eltern, sind sich der Gefahren von Erbkrankheiten für ihr Ungeborenes bewusst. Ärzte empfehlen deshalb, bei der Planung des Kinderwunsches auch eine Beratung über mögliche Erbkrankheiten. Vor allem wenn solche in der Familie bereits aufgetreten sind, sollten Paare sich um eine sogenannte humangenetische Beratung bemühen, die von den meisten Krankenkassen bezahlt werden. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit der Vererbung von vorhandenen Erbkrankheiten untersucht und das mögliche Risiko errechnet. Dafür muss der behandelnde Arzt bestimmte Daten wissen, wie beispielsweise die Häufigkeit einer solchen Erkrankung innerhalb der Familie, ob es bereits Kinder mit dieser Krankheit gibt und ob es frühere Fehlgeburten gab. Je nach Art der vorkommenden Erbkrankheit, kann es nötig werden, mögliche Erkrankungsfälle bis zur Verwandtschaft 3. Grades zu ermitteln. Zudem erlauben heute Genanalysen des Blutes der Eltern festzustellen, ob diese Überträger der Krankheit sind. Auch bei schon bestehender Schwangerschaft kann eine eventuelle Schädigung des Fötus festgestellt werden. Dies ist vor allem dann empfehlenswert, wenn Möglichkeiten der pränatalen Behandlung oder andere Optionen bestehen.

Schwangerschaft: Schadstoffe verursachen Autismus

Eine aktuelle Studie der Harvard Universität, die in der medizinischen Fachzeitung „Environmental Health Perspectives“ veröffentlicht wurde wies nach, dass Schwangere, die beispielsweise in Großstädten einer hohen Luftverschmutzung ausgesetzt sind, häufiger autistische Kinder bekommen, als Frauen die während der Schwangerschaft in ländlichen Gegenden leben. Die Autorin der Studie, Andrea Roberts, warnt vor den erschreckenden Folgen der Luftverschmutzung und erklärte die Ergebnisse als bedenklich. Demnach lebten bis zu 60 Prozent aller Mütter von Autisten in Gegenden mit einer starken Schadstoffkonzentration der Luft. Für die vorliegende Studie wurde das Leben von 325 Frauen untersucht, deren Kinder Autismus haben und den Werdegang von 22.000 Frauen, mit nicht behinderten Kindern. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für eine Autismus-Erkrankung umso größer ist, je höher die Diesel-, Quecksilber- und Feinstaubwerte in der Luft sind.

Absoluter Alkoholverzicht während der Schwangerschaft

Alkohol ist das weltweit verbreitetste Suchtmittel, von dem auch immer mehr Frauen abhängig werden. „GenoGyn-Prävention-aktiv“, eine Initiative von Frauenärzten zur Bekämpfung von Alkohol- und Tabakkonsum, hat sich jetzt für höhere Alkoholsteuern und Warnhinweise ausgesprochen. Nach von der Initiative vorgelegten Zahlen, sind in Deutschland circa 1,3 Millionen Menschen Alkoholabhängig. 74.000 Menschen sterben jedes Jahr in Folge der Sucht. Besonders schwer leiden Kinder unter dem Alkoholkonsum ihrer Mütter, während der Schwangerschaft. Rund 4000 Kinder werden in Deutschland jährlich mit alkoholbedingten Gehirnschäden geboren, da der konsumierte Alkohol auch vom Embryo aufgenommen wird. Dieser verhindert die für die gesunde Gehirnentwicklung notwendige Teilung der Neuronen. Trotzdem trinken, laut Angaben von „GenoGyn-Prävention-aktiv“, fast die Hälfte aller Frauen Alkohol während der Schwangerschaft. Dazu rät Elisabeth Pott, die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Da es keine Grenze gibt, unterhalb welcher der Alkoholkonsum bedenkenlos empfohlen werden kann, gilt während der Schwangerschaft uneingeschränkt ein absoluter Alkoholverzicht“. „Die derzeitige Situation erfordert entschlossenes Handeln“, fordert deshalb der Vorsitzende der Initiative, Dr. Jürgen Klinghammer. Was er nicht erklärt ist, wie die Unvernunft vieler werdenden Mütter mit höheren Alkoholsteuern verringert werden sollte.

Training für Eltern bei Frühchen-Geburten

Wenn Kinder zu früh geboren und deshalb für längere Zeit auf der Frühchen-Station aufgepäppelt werden müssen, ist es im Anschluss oft schwierig für Eltern, sich daran zu gewöhnen, die Verantwortung für das Kleine zu übernehmen. Zu groß ist die Angst, dass in der Kinderpflege etwas falsch gemacht wird. Das Kinder- und Frauenzentrum der Universitätsklinik in Dresden, hat jetzt anlässlich des „Tag des Frühgeborenen“ eine neue Station eingerichtet. Dort haben Eltern in fünf Einzelzimmern die Möglichkeit, sich vor der Entlassung des Kindes aus der Klinik, für fünf Tage selbständig um ihr Kind zu kümmern. Gleichzeitig haben sie die Sicherheit, dass sie jederzeit das Klinikpersonal um Rat fragen können, wenn sie unsicher sind. Mario Rüdiger, Leiter des Bereiches für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin: „Der lange Aufenthalt auf der Intensivstation belastet die Eltern enorm. Nicht nur die notwendigen intensivmedizinischen Maßnahmen sondern auch die Zerbrechlichkeit der unreifen Frühgeborenen stellt die Eltern vor eine große Herausforderung, die auch nach dem Krankenhausaufenthalt weiterwirkt“. Diese fünf Tage helfen Eltern von Frühgeborenen Kindern, die nötige Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind zu gewinnen.